Internetaktien wieder gefragt

Viel beachtete Börsengänge von jungen Unternehmen haben die Aufmerksamkeit der Anleger wieder auf Internetaktien gelenkt. Manche Unternehmen sind inzwischen allerdings ähnlich hoch bewertet wie kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase vor zwölf Jahren. Experten halten die Branche dennoch für attraktiv.

Internetaktien stehen wieder hoch im Kurs. Die schmerzhaften Verluste, die viele Anleger nach der Jahrtausendwende erlitten haben, als an den internationalen Technologiebörsen die Euphorie in Panik umschlug, scheinen vergessen. An der WallStreet reißen sich die Investoren heute wieder um die Aktien junger Internetunternehmen wie z. B. ebay und Linkedln. Auch finden in der Branche des Öfteren Übernahmen statt. Facebook, das weltweit größte soziale Online-Netzwerk mit rund 900 Millionen Nutzern, bezahlte eine Milliarde US-Dollar für den Fotodienst Instagram, ein Kleinunternehmen mit gerade mal zwölf Mitarbeitern und kaum Umsatz. Die Firma entwickelte unlängst eine Software, mit der Nutzer ihre mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos bearbeiten und dann ins Internet stellen können.

Im vergangenen Jahr hatten spektakuläre Kursgewinne eine Debatte um eine neue Internetblase entfacht. Als sich der Aktienkurs des Karrierenetzwerkes Linkedln am ersten Handelstag mehr als verdoppelte, sprach beispielsweise der Analyst Josh Bernoff von der Marktforschungsgesellschaft Forrester Research von „irrationalem Überschwang“. „Was man hier sieht, ist ein Enthusiasmus, der weit über die eigentlichen Aussichten des Unternehmens hinausreicht“, so Bernoff in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Goldman Sachs sieht keine Blase
Andere Experten teilen diese Meinung nicht, wie etwa die Analysten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs.

Sie halten Internetaktien für attraktiv und erwarten, dass sie sich besser als der breite Markt entwickeln werden – eine Prognose, die unter anderem auf den Gewinnschätzungen für die lnternetbranche basiert: Ihre Erträge sollen 2012 im Durchschnitt um 23% zulegen, während die Unternehmen im Index S&P 500 voraussichtlich nur 10% mehr verdienen werden.

Im Gegensatz zu den 1990er Jahren verfügen viele Internetunternehmen heute über solide Geschäftsmodelle. Sie profitieren nicht nur von der global weiterhin steigenden Zahl der Internetnutzer. Auch Technologien wie das mobile Internet ermöglichen die Entwicklung neuer Anwendungen, was wiederum weitere Nutzer
lockt – ein sich selbst verstärkender Aufwärtstrend, konstatiert Goldman Sachs.

Online-Handel wächst weiter
Zu den einzelnen Bereichen der Internetbranche, die die Investmentbank für aussichtsreich hält, zählen der Online-Warenhandel und die Vermarktung von Reisen über das World Wide Web. Den Analysten zufolge werden diese beiden Segmente in den kommenden Jahren weiter wachsen und dem traditionellen Einzelhandel weitere Marktanteile abnehmen. Dementsprechend stehen die Aktien des Auktions- und Einkaufsportals Ebay und die des Reisevermittlers Priceline auf ihrer Empfehlungsliste ganz oben.

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