So findet man die perfekte Bank für einen Kredit

Laufende Kredite zu haben ist heute in den meisten Haushalten ganz normal. Die wirtschaftliche Lage ist selten so gut, dass man größere Anschaffungen wie eine Wohnungseinrichtung oder das Auto aus dem normalen Budget bezahlen kann. Auch Freizeitvergnügen wie die jährliche Reise werden häufig über einen Kredit finanziert. Das ist an sich auch kein Problem, denn durch den extrem niedrigen Leitzins gibt es Kredite heute zu historisch niedrigen Zinssätzen.


Abb.1 Finanzierung

Erst zur Hausbank, dann online vergleichen

Doch wie findet man die perfekte Bank? Früher hat man sich mit Kreditwünschen an den Berater seiner Hausbank gewandt. Das kann auch heute durchaus die erste Adresse sein, um sich ein Angebot einzuholen. Ist man mit dem angebotenen Zinssatz und den sonstigen Bedingungen zufrieden, spricht nichts dagegen, direkt vor Ort seine Unterschrift zu leisten. Der Vorteil: Bei der Hausbank sind sowohl die Person als auch die Einkommenssituation bereits bekannt. Die Antragstellung ist unkompliziert und eine zusätzliche Legitimation bzw. das Übermitteln der Nachweise bezüglich des Einkommens entfallen. Es ist jedoch eine gute Idee, zusätzlich online einen Kreditvergleich durchzuspielen, um das Angebot der Hausbank im Verhältnis zu anderen Anbietern bewerten zu können. Ein Kreditvergleich ist in der Regel kostenlos und unverbindlich, wobei jeder Anbieter mit anderen Partnerbanken zusammenarbeitet. Neben den Zinssätzen tun sich hier meist noch mehr Unterschiede auf, die einen genauen Blick wert sind.

Der Zinssatz ist immer individuell

Es ist wichtig zu wissen, dass die vorgeschlagenen Zinsen, die bei einem Vergleich ausgegeben werden, zunächst einmal Vorschläge sind. Einen endgültigen Zinssatz, der auf die persönliche Situation zugeschnitten ist, kann eine Bank erst nach einer konkreten Antragstellung mitteilen. Erst dann liegen ihr alle Daten vor, etwa der Schufa Score des Antragstellers und die Details zu seinen monatlichen Einkünften und bereits vorhandenen Belastungen. Generell gilt: Je besser die Bonität eines Kunden, umso niedriger ist der Zinssatz. Beamte und langjährige Angestellte können heute leicht Darlehen zu einem Zinssatz im sehr niedrigen zweistelligen Bereich bekommen. Selbstständige und Freiberufler haben es hingegen meist am schwersten, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Sie müssen sich mit deutlich höheren Zinssätzen bis knapp unter den zweistelligen Bereich rechnen.

Welcher Zinssatz ist beim Kredit aussagekräftig?

Während Sparer natürlich auf einen besonders hohen Zinssatz hoffen, möchte der Kreditnehmer im besten Fall den niedrigsten möglichen Zins bezahlen. Hierbei wird häufig zuerst auf den nominalen Zinssatz geschaut. Er gibt an, wie viel an Zinsen nun eigentlich auf den Kreditbetrag aufgeschlagen werden muss. Das sind jedoch nicht die einzigen Gebühren, die bei einem Kredit anfallen. Erst der Blick auf den effektiven Jahreszins zeigt, wie es um das Preis-Leistungs-Verhältnis der Anbieter tatsächlich bestellt ist. In diesen sind eventuelle Bearbeitungsgebühren, die Laufzeit des Kredits und die individuell vereinbarten Tilgungsraten eingeflossen.

Was wirkt sich neben der Bonität noch auf den Zinssatz aus?

  • Die Laufzeit des Kredites. Je länger es dauert, bis der Kredit komplett abgelöst wurde, umso größer ist das theoretische Risiko für die Bank. Immerhin kann sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers im Lauf der Zeit verschlechtern, etwa wenn er arbeitslos wird. Das bedeutet, je länger der Kredit läuft, umso höher sind die Zinsen. Bei einem Online-Kreditvergleich kann man in einem bestimmten Rahmen beliebig mit der Ratenhöhe und der Laufzeit experimentieren. Durch die Wahl einer kürzeren Laufzeit lassen sich die Gesamtkosten meist deutlich senken.
  • Der Verwendungszweck. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Krediten: zweckgebundene und frei verwendbare. Zweckgebundene Kredite sind häufig günstiger, denn die Banken erhoffen sich mehr Sicherheit und ein geringeres Ausfallrisiko. So gilt das Auto oder das Haus, das man von dem geliehenen Geld anschafft, für die Bank als Sicherheit.


Abb.2 Euro Bargeld

Sondertilgungen

Bei der Suche nach der perfekten Bank sind jedoch nicht nur die Zinskosten ausschlaggebend. Viele Banken bieten die Möglichkeit, kostenlos Sondertilgungen vornehmen zu können. Manchmal kann sogar der gesamte Restbetrag zu einem beliebigen Zeitpunkt getilgt werden, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.
Gerade bei langen Laufzeiten kann es immer vorkommen, dass sich die finanzielle Lage des Kreditnehmers verbessert, eine Erbschaft ins Haus steht oder eine Sonderzahlung des Arbeitgebers ausgezahlt wurde. Dann können durch eine Sondertilgung die Gesamtschuld verringert und die Kosten gesenkt werden.

Alte, teure Kredite loswerden

Die Zinsen sind auf einem historisch niedrigen Niveau. Vergleicht man die aktuellen Bedingungen mit denen, die alte Kreditverträge haben, ärgert sich mancher Verbraucher, weil er deutlich mehr zahlt, als zur heutigen Zeit nötig wäre. Das ist jedoch kein Problem, denn alte Darlehen können meist problemlos umgeschuldet werden. Mit diesen Anliegen kann man sich zunächst an die kreditgebende Bank selbst wenden. Hier gibt es oft die Bereitschaft, einen neuen Vertrag mit günstigeren Bedingungen abzuschließen. Ansonsten gibt es natürlich die Möglichkeit, die Umschuldung gemeinsam mit einer anderen Bank zu realisieren. Hier muss genau durchgerechnet werden, wie groß die Ersparnis auch bei einer eventuell anfallenden Vorfälligkeitsentschädigung sein kann.
Was sich in der Regel lohnt, ist die Umschuldung von Dispokredit und Kreditkarte, denn hier sind die Zinsen immer vergleichsweise zu hoch.


Quellennachweis
Abb.1 „Finanzierung“, https://pixabay.com/de/photos/finanzierung-hausbau-bauen-3536755/
Abb.2 „Euro Bargeld“, https://pixabay.com/de/photos/euro-geld-zahlen-bargeld-anleihe-427533/

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