Südkorea – Wachstum der Wirtschaft

Südkorea – starke Handelsnation

Südkorea setzt auf den Export – mit Erfolg.

Popsänger Psy sorgt nicht nur dafür, dass sein Heimatland Südkorea unerwartet viel Aufmerksamkeit erhält. Sein Welthit „Gangnam Style“ wirkt sich auch positiv auf die Handelsbilanz aus. Südkorea bereichert aber die Welt nicht nur durch bunt schillernden Pop. Die asiatische Halbinsel ist mit einem Handelsvolumen von mehr als 555 Milliarden US-Dollar die siebtgrößte Handelsnation der Welt und liegt damit nur knapp hinter Frankreich. In Asien hat sich Südkorea eine wirtschaftliche Vormachtstellung erarbeitet, die es mittelfristig behaupten dürfte.

Besonders stark ist das Land in Sachen Export. Rund ein Drittel der Ausfuhren entfällt auf die Informationstechnologiebranche. Handys und Flachbildschirme der beiden Konzerne Samsung und LG beispielsweise gehören zu den meistverkauften der Welt Die Koreaner sind selbst ihre besten Kunden: Laut der koreanischen Botschaft in Deutschland besitzt jeder Südkoreaner, der älter als zwölf Jahre ist, ein Handy. Fast alle Haushalte haben Zugang zum Hochgeschwindigkeitsinternet.

Suedkorea Aktienindex KOSPI

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Weltgrößte Schiffsbaunation

Dass Südkorea sich zu einem solchen Hochtechnologieland entwickeln würde, hätte nach dem Ende des Koreakriegs im Jahr 1953 wohl kaum jemand für möglich gehalten. Der Wiederaufbau verlief zunächst schleppend. Noch in den 1960erJahren lebten zwei Drittel der Bevölkerung von der Fischerei. Heute ist das Land die größte Schiffsbaunation der Welt.

Den Grundstein für die Wirtschaftswende legte die Regierung 1962, als sie begann, den Export zu fördern. Nach und nach erschloss Südkorea, das ungefähr die Fläche von Irland besitzt, einen Sektor nach dem anderen. 1976 erfolgte der erste Autoexport, in den folgenden Jahrzehnten konzentrierte sich die Wirtschaftspolitik auf die Bereiche Chemie, Forschung und schließlich Informationstechnologie.

Freihandelsabkommen mit den USA und der Europäischen Union

Südkorea vergrößerte seine Absatzmärkte, indem es beispielsweise 2011 mit der Europäischen Union (EU) ein Freihandelsabkommen schloss. Im Frühjahr 2012 fielen auch die Handelsschranken zu den USA – das verspricht Potenzial für die Zukunft. Die guten Aussichten für Südkorea honorieren auch die drei großen Ratingagenturen Moody’s, Fitch sowie Standard & Poor’s: Sie stuften die Bonität des Landes jüngst herauf. Jim O’Neill, Erfinder der BRIC-Staaten, teilt die positive Einschätzung. Zwar könne das Land nicht mit einer so jungen Bevölkerung wie andere Schwellenländer punkten. Aber er kenne kein Land, dass sich so schnell von einem Entwicklungsland zu einem Mitglied der G-7-Staaten entwickelt habe. Damit könnte Südkorea ein aussichtsreiches Investment sein.

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