Ratgeber „Ankauf von Lebensversicherungen“

In Deutschland wird laut Statistiken nahezu jede zweite Lebensversicherung vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit bereits gekündigt. Das über Jahre eingezahlte Geld ist dann in der Regel futsch. Denn bei einer Kündigung der Lebensversicherung erleiden die Verkäufer – insbesondere in den ersten Vertragsjahren – mächtig Verlust; die zuvor eingezahlten Prämien gehen fast vollständig verloren. Selbst als Versicherungsnehmer bzw. Versicherter, der zahlreiche Jahre lang die fälligen Prämien zuverlässig eingezahlt hat, werden Sie häufig mit einem ungemein niedrigen Rückkaufwert regelrecht abgespeist. Police-Händler bieten Ihnen hier aber mit dem Ankauf von Lebensversicherungen eine Lösungsoption, die Ihre Verluste nicht nur minimieren, sondern oftmals aus dem vorzeitigen Verkauf der Police einen akzeptablen bis guten Deal werden lässt.

Ankauf von Versicherungspolicen: Zeitschrift „Finanztest“ sieht Licht und Schatten

In einer diesbezüglichen Untersuchung der renommierten Zeitschrift „Finanztest“ loben die Tester dann auch diese Möglichkeit. Gleichzeitig bemängeln Sie allerdings die Qualität vieler Angebote in Bezug auf den Ankauf von Lebensversicherungen. Daher ist es eminent wichtig, dass Sie sich vorab genau über die jeweiligen Angebotsstrukturen informieren und die jeweiligen Modalitäten miteinander vergleichen. In dem besagten Test haben diesbezüglich nur wenige Police-Händler für den Ankauf der Lebensversicherungen viel mehr als den jeweiligen Rückkaufwert geboten.Teilweise hätten die Verkäufer bzw. Kunden sogar einen handfesten Verlust in Kauf nehmen müssen, da die Ankäufer der Lebensversicherungen insgesamt sogar weniger auszahlten als das Versicherungsunternehmen selbst. Stellen Sie sich also darauf ein, dass dieser Zweitmarkt für Lebensversicherungen zwar Chancen offenbart, es sich aber laut „Finanztest“ grundsätzlich um einen Markt handelt, der durchaus als äußerst undurchsichtig bezeichnet werden kann. Zudem beanstandeten die Tester, dass es eine Menge dubioser Firmen gibt.

Finanzaufsicht Bafin warnt: Vorsicht vor den schwarzen Schafen der Branche

So warnte diesbezüglich dann auch die Finanzaufsicht Bafin unlängst vor Betrügern, die in Bezug auf den Aufkauf von Lebensversicherungen mit extrem hohen Renditen werben. Schwarze Schafe dieser Art können langfristig eine ganze Branche in Verruf bringen, urteilt „Finanztest“ in diesem Zusammenhang. Denn im Grunde genommen ist der Handel auf diesem Zweitmarkt für Lebensversicherungen auf eine Win-Win-Situation ausgerichtet, so dass alle Beteiligten von dem Geschäft nachhaltig profitieren können. Die Ankäufer der Versicherungspolicen verdienen dabei Geld, indem die erstandenen Policen bis zum Laufzeitende weiter geführt werden und der entsprechende Gewinn nach Vertragsablauf kassiert wird. Im Gegenzug zahlen die Spezialfirmen den jeweiligen Verkäufern den Rückkaufwert ihrer Lebensversicherung zuzüglich eines Aufschlags.

Anbieter sollten vorab auf Herz und Nieren überprüft werden

Eigentlich stellt dies grundsätzlich ein profitables Geschäft für alle involvierten Protagonisten dar. Allerdings sollten Sie hierbei die Marktentwicklung stets im Auge behalten. Seit etwa ein, zwei Jahren funktioniert dieses Geschäftsmodell laut der Zeitschrift „Finanztest“ nämlich nicht mehr wie erhofft. Daher können viele Firmen, die sich mit dem Ankauf von Lebensversicherungen befassen, mittlerweile den Kunden oftmals noch nicht einmal den entsprechenden Rückkaufwert bezahlen. Andere Police-Ankäufer bezahlen den vereinbarten Kaufpreis nicht in einer Summe, sondern verlegen sich auf eine Ratenzahlung, die sich oftmals über mehrere Jahre erstreckt. Es sind sogar Fälle aktenkundig geworden, innerhalb derer die vereinbarte Summe überhaupt nicht komplett ausbezahlt bzw. überwiesen wurde. Daher gilt: In Bezug auf den Ankauf von Versicherungspolicen bzw. von Lebensversicherungen sollten alle zur Verfügung stehenden Optionen genau überprüft werden. Oftmals ist es diesbezüglich hilfreich, sich in Internetforen oder bei Verbraucherschutzorganisationen über die Reputation möglicher Verhandlungspartner zu erkundigen. Wichtig ist es diesbezüglich zum Beispiel, ob ein An- bzw. Aufkäufer von Lebensversicherungen auch Mitglied im BVZL (Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt) ist. Sollte dies bei einem Anbieter nicht der Fall sein, sollten Sie besser die Finger davon lassen.

Sicherheit optimieren: Banken können als Treuhänder eingesetzt werden

Aber auch die Banken können in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle einnehmen. Wenn Sie nämlich auf Nummer sicher gehen möchten und sich nachhaltig vor schwarzen Schafen schützen wollen, sollten Sie eine Bank Ihres Vertrauens als Treuhänder einsetzen. Allerdings benötigen Sie für diesen Schritt in der Regel das Einverständnis des jeweiligen Händlers. Sie erhöhen aber auch die Sicherheit, wenn Sie die richtige Vorgehensweise an den Tag legen. So sollten Sie grundsätzlich immer das jeweilige Versicherungsunternehmen bezüglich des aktuellen Rückkaufwerts kontaktieren. Wenn Sie dann die verschiedenen Angebote der Ankäufer von Lebensversicherungen einholen, können Sie diese vorab schon einmal mit den Zahlen der Versicherung vergleichen. Zeitgleich sollten Sie dann auch – wie bereits weiter oben erwähnt – die Anbieter im Hinblick auf ihre Seriösität testen bzw. kontrollieren.

Verhalten der Police-Händler hat sich den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst

Sofern Ihre Lebensversicherung lediglich einen Rückkaufwert von 20.000 Euro oder sogar nur 10.000 Euro aufweist, kann es passieren, dass Sie von vielen Policen-Händlern erst gar kein entsprechendes Angebot erhalten. Oftmals wir nämlich ein Mindest-Rückkaufwert von eben 10.000 oder sogar 20.000 Euro als Kaufvoraussetzung gefordert. Dies hängt mit dem eher schwächelnden Zweitmarkt für Lebensversicherungen zusammen. Haben die Händler nämlich zuvor in der Mehrzahl die Verträge weitergeführt und nach Ablauf der Vertragslaufzeit die fällige Gesamtsumme kassiert, sind sie jetzt oftmals dazu übergegangen, die Versicherung direkt nach dem Ankauf zu kündigen und prompt in Immobilienfonds zu investieren.

Es stehen Ihnen genügend Alternativen zur Verfügung

Bevor Sie sich daher auf diese Thematik rund um den Ankauf von Lebensversicherungen versteifen, sollten Sie sich auch eingehend mit den Alternativen befassen. So können Sie sich zum Beispiel Ihren Vertrag – zumindest eine gewisse Zeit lang – beitragsfrei stellen lassen. Dies bedeutet, dass die Versicherung quasi auf dem momentanen Status Quo eingefroren wird. Als Versicherter sind Sie aber dennoch weiterhin an den erzielten Überschüssen der Versicherung beteiligt. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Dynamik aus dem Vertrag gestrichen wird; dann steigen die Beiträge nicht mehr kontinuierlich. Wenn Sie aber unbedingt frisches Kapital benötigen, können Sie Ihre Lebensversicherung auch beleihen und ein so bezeichnetes Policedarlehen aufnehmen.

Fazit: Der Ankauf einer Lebensversicherung wird vehement von der Marktlage beeinflusst

Mit dem Ankauf von entsprechenden Policen durch die spezialisierten Unternehmen bietet sich Ihnen als Inhaber einer Lebensversicherung sicherlich eine gute Möglichkeit, um schnell und ohne große Verluste an frisches Kapital zu gelangen. Aber sowohl der Markt bzw. die Marktentwicklung als auch die daraus resultierende Vorgehensweise der Police-Händler schmälert die Chancen auf einen guten Deal auffällig. Des Weiteren schwemmt die akute Marktlage immer mehr schwarze Schafe an die Oberfläche. Daher ist es enorm wichtig, dass Sie mögliche Geschäftspartner eingehend auf ihre Seriösität hin überprüfen. Ein probates Mittel ist es auch, eine Bank als Treuhänder zu bestimmen. Sie sollten sich aber grundsätzlich ebenfalls mit den Alternativen rund um die Beitragsfreistellung oder der Aufnahme eines Policedarlehens auseinandersetzen.