Finanzen in der Krise. Wer profitiert, wer leidet?

In der Presse ist immer wieder die Rede vom Corona-Schutzschild. Das Bundesministerium der Finanzen bezeichnet das Hilfspaket sogar als größtes in der Geschichte der Bundesrepublik. Unterstützt werden sollen Vereine, Selbstständige und Unternehmen. Anfang November – also pünktlich zum zweiten Teil-Lockdown in Deutschland – wurde die besondere Form der Wirtschaftshilfe beschlossen. Wer hiervon profitieren könnte, wer über die Maßen leidet und, ob es vielleicht sogar (wirtschaftliche) Profiteure der Krise gibt, verrät dieser Beitrag.


Abbildung 1: Das Krisenchart zeigt: Nicht alle leiden finanziell unter der Krise. Ein Blick auf Wirtschaftshilfen und Voraussetzungen macht aber auch deutlich: Nicht alle, die finanziell straucheln, können finanzielle Hilfen bekommen.

10 Milliarden Euro Wirtschaftshilfe stehen bereit – doch für wen?

Wer direkt oder indirekt vom Teil-Lockdown betroffen ist, kann einen Großteil des Umsatzes einfordern. Als Vergleichswert soll derselbe Zeitraum im Vorjahr fungieren, sprich: 75 Prozent des November-Umsatzes von 2019 können Betroffene beantragen. Für Solo-Selbstständige gibt es die Möglichkeit, andere Vergleichszeiträume zugrunde zu legen, heißt es seitens der Politik. Sonderregelungen zu diesem Rettungspaket soll es geben, falls trotz Teil-Lockdown Umsätze gemacht werden können, beispielsweise durch den Außer-Haus-Verkauf von Speisen. Antragsberechtigt sind Vereine, Betriebe, Selbstständige und Einrichtungen, die direkt oder auch indirekt von der Schließung betroffen sind.

KfW-Schnellkredite und Überbrückungshilfen für Antragsberechtigte

Zur Umsatz-Prozent-Regelung habe das Bundesministerium die Voraussetzungen für einen KfW-Kredit heruntergesetzt, so dass Unternehmen jetzt auch mit weniger als zehn Beschäftigten grundsätzlich kreditberechtigt sind. Die Höhe des Kreditvolumens richte sich nach dem Umsatz im Vorjahr, allerdings verrät die Formulierung, dass „Unternehmen in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen“ die Chance auf einen KfW-Kredit bekommen bereits, dass die Kreditvoraussetzungen nicht von allen Unternehmen gestemmt werden können. Um die Branchen zu unterstützen, die beruflich besonders leiden, soll die Überbrückungshilfe weiterhin ausbezahlt werden. Dahinter verbirgt sich ein Zuschuss zu den Fixkosten, die ein Betrieb zu tragen hat.

Auch der Ratenkredit, der ohne Förderung beantragt wird, ist eine Option

Eine Alternative, für all jene, die aus den von Bund geschnürten Hilfsprogrammen herausfallen, kann nur der unverbindliche, freie Kreditvergleich in Eigenregie sein. Diese Option bietet beispielsweise smava, obgleich auch das Vergleichsportal nicht „blind“ Kredite vermittelt, wohl aber transparent über Kreditvoraussetzungen und notwendige Unterlagen informiert.

  • Wer volljährig ist, einen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat, ein Konto bei einer deutschen Bank führt, regelmäßiges Einkommen aus einer Tätigkeit nachweisen kann und über ausreichend Bonität verfügt, der erfüllt die Grundvoraussetzungen für einen Kredit.
  • Von den Kreditgebern, die ein zur Anfrage passendes Kreditangebot präsentieren können, werden in der Regel Nachweise über die Einkommenssituation eingefordert. Das kann in Form von Lohn- und Gehaltsnachweisen passieren oder alternativ mithilfe eines Steuerbescheids.

Kreditexperten empfehlen: Ein Investitionskredit wird von vielen Kreditgebern eher unterstützt oder mit den besseren Konditionen belegt, als ein Kredit, der aus der Not heraus beantragt wird, um bereits entstandene Finanzlücken zu stopfen.

Die Krise und ihre Auswirkungen auf die Börse

Der Aktienkurs reagiert – und zwar wie bereits bekannt – direkt auf das, was in der Welt passiert. Das heißt für die Abhängigkeit zwischen Krise und Aktienkurs: Wird die Krise wieder stärker spürbar (beispielsweise durch höhere Infektionszahlen oder stärkere Beschränkungen), fallen die Aktienkurse. Das heißt in Zahlen ausgedrückt, dass der Dax zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Dieselbe Talfahrt, wie sie zum ersten Lockdown zu beobachten war, gibt es (noch) nicht.

Der Dax, der um 40 Prozent eingebrochen ist, katapultierte zum Jahresanfang die Unternehmen auf ein Wert-Niveau, das sie im Jahr 2016 hatten. Auch der MSCI World verzeichnete einen massiven Sinkflug, rappelte sich bis zum Sommer und stagnierte im Herbst. Wer sich wundert, woher die Stabilisierung kommt, der kann dahinter viele Gründe vermuten. Inwiefern Großanleger das Virus zumindest mit Blick auf etwaige Investitionen ignorieren oder, ob es auch hier an den Hilfspaketen liegt, die die Börse stützen, kann nicht final geklärt werden.

Gold zu verkaufen, scheint in Krisenzeiten passéTatsache ist jedoch, dass diejenigen, die zur breiten Risikostreuung und zum Investieren in die Zukunft geraten haben, keine schlechte Wahl getroffen haben – wenn sie die Zeit haben, abzuwarten. Finanzexperten gehen von keiner langfristigen Existenzbedrohung für Weltfirmen aus; der Totalverlust schein also unrealistisch.

Abbildung 2: Gold wird nicht umsonst als Krisenwährung bezeichnet. Während die Aktienpreise an der Börse fielen, stieg der Goldpreis auf dein Rekordhoch.

Das glänzende Stückchen Luxus und Reichtum ist das, woran sich viele in der Krise klammern – und diese Entwicklung lässt sich bereits jahrhundertelang in der Geschichte zurückverfolgen. Wirtschaftskrisen ließen den Goldpreis in die Höhe steigen, denn – wer konnte – klammerte sich an das Gold, das keinem Wertverfall erliegt – in guten Zeiten jedoch auch keine Rendite abwirft. Zu den Profiteuren gehörten demnach diejenigen, die direkt zum Beginn der Krise Gold kauften, denn der Preis pro Feinunze stieg bis zum August 2020 auf einen historischen Höchststand an. Wer zu Beginn der Krise in die Krisenwährung Gold investiert hat und im August die Goldbarren wieder zu Geld machen konnte, konnte vergleichsweise schnell Rendite machen, was sonst gerade mit Gold absolut unüblich ist. Das ZDF berichtete bereits im Juli über den Run auf das glänzende Gold und davon, dass auch Silber bei einigen Anliegern beliebt zu werden scheint.

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