Renminbi auf dem Weg zur Weltwährung

Seitdem die chinesische Regierung die Liberalisierung des Renminbi vorantreibt, wertet die Währung schrittweise auf. Anleger können an diesem Trend partizipieren.
Bis 2005 war der Wechselkurs des chinesischen Renminbi (RMB), der in der Währungseinheit Yuan gemessen wird, eng an den US-Dollar (USD) gekoppelt. Gehandelt werden durfte die Währung nur auf dem chinesischen Festland unter staatlicher Kontrolle. Doch seit 2005 hat die Regierung einen neuen Kurs eingeschlagen: Der RMB wird in kleinen Schritten liberalisiert und soll nach und nach zu einer Weltwährung aufgebaut werden.

Unter anderem haben die Behörden die USD-Anbindung ein wenig gelockert. Die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China (P130C), lässt nun eine größere Schwankungsbreite zu, in deren Folge der RMB gegenüber dem USD seit 2005 um rund 23% anstieg. Darüber hinaus dürfen chinesische Unternehmen mittlerweile ihre Außenhandelsgeschäfte in RMB abwickeln. Zuvor wurde der Im- und Export fast ausschließlich in USD abgerechnet.

Hongkong als wichtigster Testmarkt
Gleichzeitig hat die Regierung in der Sonderverwaltungszone Hongkong einen wichtigen Testmarkt etabliert. In der ehemaligen britischen Kronkolonie wird der Renminbi frei gehandelt. Mittelfristig soll der Wechselkurs ganz freigegeben, der – RMB–voB konvertierbar -werden. Dieser historische Schritt soll bis 2015 vollzogen werden. Die commerzbank rechnet sogar spätestens 2013 mit der RMB-Freigabe Zudem dürfen seit Sommer 2010 neben Banken und staatlichen Institutionen chinesische und internationale Unternehmen Anleihen in RMB begeben, so genannte Dim-Sum-Bonds Quasi über Nacht hat sich ein Markt für RMB-Anleihen gebildet, der für ausländische Investoren frei zugänglich ist. Wegen der hohen Nachfrage nach diesen Anleihen, mit denen Anleger auf weitere Kurs gewinne des RMB gegenüber dem 1.. setzen, sind die Zinsen allerdings rel niedrig.

Wirtschaftsleistung spiegelt sich nicht im Wechselkurs wider
Trotz der bisherigen Aufwertung des RMB halten nicht wenige Volkswirte die Währung nach wie vor für unterbewertet. Denn der jahrelang fixierte RMB-USDWechselkurs verhinderte, dass sich Chinas wachsende Wirtschaftsleistung und der steigende Anteil am Welthandel auch in einer zunehmenden Stärke der Landeswährung widerspiegelten. Mit regelmäßigen Devisenmarktinterventionen, bei denen die chinesische Regierung USD mit RMB aufkaufte, hielt sie den Wechselkurs auf einem konstant niedrigen Niveau. Das daraus resultierende Ungleichgewicht ist nach Ansicht vieler Währungsexperten noch nicht abgebaut.

Seit 2005 stieg der Renminbi gegenüber dem Dollar um rund 23% an.
In welchem Verhältnis RMB und USD fair bewertet wären, ist allerdings umstritten. Nach Ansicht von Ökonomen müsste der RMB – abhängig von den jeweiligen Bewertungsmodellen – noch zwischen 10% und 40% aufwerten, bis ein Gleichgewicht erreicht ist. Doch das ist graue Theorie. Noch bestimmt die chinesische Regierung, wohin der Zug fährt. Nach wie vor interveniert sie am Devisenmarkt. Eine Aufwertung gegenüber dem USD lässt sie bislang nur in Trippelschritten zu – um rund 5% jährlich.

⇒ Beste Wertpapierdepots im Vergleich!

[table id=5 /]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CAPTCHA

*