Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung innerhalb der Privatversicherung blickt noch auf keine lange Geschichte zurück, da erstmals im 19. Jahrhundert derartige Versicherungen im Rahmen von Gewerkschaften, Arbeiterverbänden und verschiedenen Vereinen entstanden. Zwar gab es schon einige Vorläufer einer solchen Versicherung im Mittelalter durch Gilden und Zünfte, diese sind aber nicht mit der Rechtsschutzversicherung zu vergleichen, die sich nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland etabliert hat.

Denn danach ist die Bedeutung der Versicherung explosionsartig angestiegen. 1994 wurden neue Rechtsschutzbedingungen veröffentlicht, die eine Vorabgenehmigung durch das Aufsichtsamt überflüssig machten. Dieses Jahr wird als Meilenstein in der Rechtsschutzversicherung bezeichnet.

Pflicht oder nur ein überflüssiger Posten?

Eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen wird von vielen Menschen belächelt und sie streichen diesen Posten aus dem Versicherungskatalog ihrer Privatversicherung. Dadurch wird aber die Wichtigkeit einer solchen Versicherung gravierend unterschätzt, da im Leben eines jeden Menschen Fälle auftreten können, wo dann die Versicherung greift. Die Finanzierung von aufwendigen und langwierigen Gerichtsverfahren ist deshalb nicht mehr privat zu stemmen, sondern wird bis zu der in der Versicherung angegebenen Deckungssumme (diese beträgt meistens 250 000 Euro) von der Versicherung selbst beglichen.

Die Rechtsschutzversicherung gewährt im Falle des Klagens und des Verklagt Werden Rechtsschutz den versicherten Personen. Bei den meisten Versicherungen wird dabei zwischen zwei verschiedenen Tarifen unterschieden: 

Bei dem Tarif für Nichtselbstständige ist der Versicherte selbst samt seiner ganzen Familie versichert. Zu der Familie zählen die Ehepartner oder Lebensabschnittpartner, solange dieser im Vertrag namentlich aufgeführt wird, sowie alle minderjährigen Kinder. Volljährige Kinder sind solange im Rechtsschutz mitversichert, sowie sie sich in einer direkt an die Schulzeit anschließenden Berufsausbildung oder in einem Studium befinden.

Der andere Tarif versichert Selbstständige, Freiberufler und Firmen. Im Rahmen des Firmenschutzes ist ebenfalls die Familie des Geschäftsführers mitversichert, dennoch lohnt sich in dem Falle der Abgleich der gebotenen Leistungen, da viele Versicherungen nur teilweise den sonst gebotenen Leistungskatalog abdecken. Ein Vorteil ist jedoch, dass der Firmenrechtsschutz von den Steuerzahlungen abgesetzt werden kann.

Jeder Erwachsene sollte eine solche Versicherung abschließen, da in unserer heutigen Zeit so gut wie alles möglich ist und man sich nie auf ein friedvolles Leben ohne rechtliche Probleme einstellen kann. Es muss nur ein Autounfall passieren, in dem man selbst ungewollt verwickelt ist, und sollte sich die Gegenpartei in einer übellaunigen Stimmung befinden, wandern auch eher harmlosere Schäden direkt vor das nächste Gericht.

Mit mehr Sicherheit leben

Viele Rechtsschutzversicherte geben an, dass ihnen mit Abschluss der Rechtsschutzversicherung ein Gefühl von Sicherheit gegeben wird. Denn obwohl die Rechtsschutzversicherung nicht Pflicht ist, lebt es sich mit ihr ein wenig sorgloser!