Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto, über dessen Guthaben der Kontoinhaber täglich verfügen kann. Kündigungsfristen gibt es im Gegensatz zum Sparbuch nicht. Die tägliche Verfügbarkeit, die Verzinsung, und der Wegfall von Kündigungsfristen sind die Vorteile eines solchen Kontos. Nachteilig könnte sich auswirken, dass zumindest theoretisch eine tägliche Änderung des Zinssatzes seitens der Bank möglich wäre. Ein Tagesgeldkonto besitzt in der Regel keine Verrechnungsfunktion: Überweisungen auf Fremdkonten und Lastschriften sind somit nicht möglich.

Vorteile vom Tagesgeldkonto

Verzinsung Allgemein
Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos bezieht sich wie allgemein üblich immer auf das Jahr (lateinisch per annum, abgekürzt p. a.). Unterschiede gibt es bei der Auszahlungsweise der Zinsen: Viele Banken zahlen die Zinsen einmal im Jahr aus (meist am Jahresende), andere zahlen anteilig monatlich oder vierteljährlich aus. Die Vorteile einer monatlichen oder vierteljährlichen anteiligen Auszahlung liegen auf der Hand: Die Zinsen werden mitverzinst (Zinseszins) und der Anleger profitiert von der Verfügbarkeit der ausgezahlten Zinsen. Über diese kann anders als bei Anlagen mit festen Laufzeiten sofort nach Gutschrift verfügt werden.

Theorie
Über die Höhe der Verzinsung vertritt die herrschende Lehre folgende Theorie: Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos ist immer nur an den Tag gebunden. Denkbar wäre es daher, dass ein Kreditinstitut täglich die Zinsen für Tagesgeld ändern kann.

In der Regel gilt der Grundsatz: Langfristig gebundenes Kapital wird höher verzinst als kurzfristig gebundenes Kapital. Diesem Grundsatz folgend sind in der Theorie die Zinsen für Tagesgeld tendenziell niedrig. Den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit erkauft sich der Kunde durch niedrige Zinsen. Die Bank muss bei einem Tagesgeldkonto nämlich täglich damit rechnen, dass der Kunde sein Kapital abzieht. Diese Situation ist für die Bank tendenziell ungünstig, schließlich arbeiten Banken mit den Geldern ihrer Kunden. Denkbar wäre daher, dass mehrere Kunden ihre Gelder von Tagesgeldkonten an einem Geschäftstag abziehen und die Bank sich infolge dessen am Ende eines Geschäftstages teuer Geld besorgen muss (zum Beispiel Interbanken-Verkehr), um ihre Positionen zu glätten.

Praxis
Der Unterschied zwischen der eben vorgestellten Theorie und der gängigen Praxis ist fundamental. Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos ist zwar nur an den Tag gebunden, in der Praxis sind Institute jedoch darauf bedacht, die Zinskonditionen möglichst langfristig konstant zu halten. Da Tagesgeldkonten keiner Kündigungsfrist unterliegen, wäre es für den Kunden ein Leichtes, sein Guthaben im Falle einer Zinssenkung auf ein anderes Tagesgeldkonto bei einem anderen Institut zu überweisen.



Der unter Theorie beschriebene Grundsatz Langfristig gebundendes Kapital wird höher verzinst als kurzfristig gebundenes Kapital hat in der Praxis keine Relevanz mehr. Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos ist in der Regel deutlich höher als beispielsweise die eines Sparbuchs. Ursache hierfür ist zum einen die technische Entwicklung: Viele Tagesgeldkonten werden ausschließlich als Online-Konto angeboten. Eine Kontoführung per Brief, Telefon oder gar Filialbesuch wird oftmals ausgeschlossen. Die Banken sparen somit Verwaltungskosten ein, die sie in Form von höheren Zinsen an den Kunden weitergeben. Zum anderen kann als Ursache das offensive Marketing vieler Kreditinstitute benannt werden: Kreditinstitute versuchen mit attraktiven Tagesgeldkonditionen neue Kunden zu gewinnen und diesen andere rentable Bankprodukte zu verkaufen (zum Beispiel Fonds).

Verfügbarkeit
Über das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto kann täglich verfügt werden. Die tägliche Verfügbarkeit bezieht sich hierbei keineswegs auf die tatsächliche Verfügung über das Geld: Verfügt werden kann über das Guthaben in der Regel nur durch Überweisung auf ein vorher definiertes Referenzkonto (meist das Girokonto). Es entstehen daher zwangsweise Banklaufzeiten zwischen 1 bis 3 Tagen, bis das Guthaben auf dem Referenzkonto vorhanden ist. Erst dann kann zum Beispiel durch Barabhebung oder Überweisung auf ein Fremdkonto über das Guthaben verfügt werden. Vereinzelt sind auch Angebote von Instituten anzutreffen, die ein Tagesgeldkonto auch mit einer Bankkarte ausstatten: Mit dieser kann dann über das Guthaben an einem Geldautomaten verfügt werden. Eine Bezahl-Funktion ähnlich wie bei einer EC-Karte wird aber auch hier ausgeschlossen.



Kündigungsfristen
Kündigungsfristen existieren bei Tagesgeldkonten definitionsgemäß nicht. Vereinzelt benutzen Institute den Begriff Tagesgeld in Verbindung mit Produkten, die eigentlich gar keine Tagesgeldkonten sind, sondern vielmehr moderne Sparbücher darstellen: Vor allem Direktbanken bieten Sparbücher an, die ähnlich wie Tagesgeldkonten hohe Zinsen bieten und über deren Guthaben in einem definierten Rahmen täglich verfügt werden kann. Wird über den definierten Rahmen hinaus verfügt, ist dies in der Regel drei Monate vor Verfügung dem Institut mitzuteilen.

Nachteile vom Tagesgeldkonto

Verfügbarkeit
Als nachteilig erweist sich in der Praxis die Tatsache, dass die Rücküberweisung auf das Referenzkonto in der Regel ein bis drei Banktage in Anspruch nimmt. Erst wenn das Geld auf dem Referenzkonto (in der Regel das Girokonto) eingetroffen ist, kann durch Überweisung auf Fremdkonto oder Barabhebung über das Guthaben verfügt werden. Problematisch ist diese Situation vor allem dann, wenn man sein gesamtes Guthaben auf einem Tagesgeldkonto parkt: Steht von heute auf morgen eine größere Anschaffung an (zum Beispiel Neuanschaffung einer Waschmaschine aufgrund Defektes oder Kauf eines Fernsehgerätes aufgrund eines Sonderangebotes), können Liquiditätsengpässe eintreten.

Zinsänderung
Theoretisch nachteilig ist die Tatsache, dass der Zinssatz seitens der Bank täglich geändert werden kann. Eine Garantie, dass ein Zinssatz über eine längere Zeit gültig ist, gibt es in der Regel nicht. Vereinzelt versprechen Banken jedoch potentiellen Neukunden einen stabilen Zinssatz für eine gewisse Zeit (meist drei bis zwölf Monate), um diese als Kunden zu gewinnen. Nach Ablauf der Garantiezusage wird das Guthaben zu dem dann üblichen Zinssatz verzinst.

Sicherheit

Einlagen auf Tagesgeldkonten unterliegen der Einlagensicherung, sind daher mündelsicher gem. § 1807 BGB. In der EU beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherungsgrenze 90 % der Einlagensumme, maximal jedoch 20.000 EUR. Viele Länder übertreffen diese gesetzliche Anforderung: Italien garantiert bis zu 103.000 EUR, Deutschland dagegen erfüllt lediglich die europäische Mindestvorgabe.

Diese europäische Mindestregelung soll an zwei Fällen erklärt werden:

Beispiel 1:

angelegte Summe: 30.000 EUR

90 % hiervon: 27.000 EUR

Begrenzung auf 20.000 EUR: Im Falle einer Bankenpleite erhält der Anleger von seinen ursprünglich angelegten 30.000 EUR nur 20.000 EUR wieder.

Beispiel 2:

angelegte Summe: 20.000 EUR

90 % hiervon: 18.000 EUR

18.000 EUR überschreitet nicht 20.000 EUR: Im Falle einer Bankenpleite erhält der Anleger von seinen ursprünglich angelegten 20.000 EUR nur 18.000 EUR wieder.

Diese Beispiele zeigen, dass der europäische Mindestschutz für den Anleger nicht befriedigend sein kann. In der Bundesrepublik Deutschland existiert daher zusätzlich ein freiwilliger Einlagensicherungsfonds, denen die meisten in Deutschland ansässigen Banken angeschlossen sind:

Durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind die Guthaben jedes einzelnen Kunden bei den privaten Banken bis zur Höhe von 30 % des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses voll gesichert. Für fast alle Einleger bedeutet dieses Einlagensicherungskonzept praktisch die volle Sicherung sämtlicher Guthaben bei den privaten Banken. Selbst bei kleinen Banken mit einem Eigenkapital von 5 Mio. EUR werden bereits Beträge bis zu 1,5 Mio. EUR pro Einleger voll geschützt. In der Regel ist der gesicherte Betrag jedoch erheblich höher. Auf Anfrage gibt der Bundesverband deutscher Banken allen Interessierten die jeweils aktuelle Sicherungsgrenze einer Mitgliedsbank bekannt. (Zitat aus der Broschüre Einlagensicherungsfond vom Bundesverband deutscher Banken (BdB)).

Geschichtlicher Rückblick

Tagesgeldkonten haben in Deutschland bislang keine hohe Bedeutung gehabt. Die meisten Deutschen besitzen nach wie vor ein Sparbuch. Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos war in der Vergangenheit niedrig, sodass es für Privatkunden keinen Anlass gab, vom bewährten Sparbuch auf ein Tagesgeldkonto zu wechseln. Den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit eines Tagesgeldkontos haben wiederum nur Firmen geschätzt, denn diese waren bereit, für Liquidität einen niedrigeren Zinssatz als bei Festgeldanlagen in Kauf zu nehmen. Einen regelrechten Run auf Tagesgeldkonten gab es erst im Jahr 2000: Durch den Börsencrash war das Vertrauen der Privatkunden in Aktien zerstört. Das Streben nach Sicherheit führte viele Anleger wieder zum altbewährten Sparbuch. Die hohen Renditeaussichten, die viele Aktionäre im Auge hatten, hinterließen jedoch ihre Spuren: Mit mageren Sparbuchzinsen wollte sich niemand mehr so recht zufrieden geben. Banken in Deutschland begannen massiv Fonds zu bewerben. Sie hofften, die geschockten Aktionäre mit Fondsprodukten zurück zu gewinnen. Die Marketingabteilungen der Banken versuchten durch teure Werbekampagnen Fonds als ein Produkt zu präsentieren, das von der Entwicklung der Aktien losgelöst sei. Doch diese Rechnung ging so nicht auf: Viele ehemaligen Aktionäre hatten zuviel Geld verloren, als dass sie noch einmal ihr verbliebenes Guthaben in die Börse investieren wollten. Das Streben nach Sicherheit hatte von nun an bei Anlageentscheidungen die höchste Priorität.

Im Jahre 2000 wurde von der Banque D'Escompte Paris eine neue Bank gegründet. Mit Hauptsitz in Dublin (Irland) und einem Entwicklungs-Office in Frankfurt am Main entstand die erste reine Internetbank in Europa: First-e. Diese ging mit einem einzigen Produkt, einem Tagesgeldkonto, an den Markt. Der Zinssatz war außergewöhnlich hoch: 6 % Zinsen p.a. lagen deutlich über dem Marktdurchschnitt. Massive Fernseh- und Radiowerbung führten dazu, dass der börsengeschockte Anleger sich dem Produkt Tagesgeldkonto öffnete. Mit einem Tagesgeldkonto kann eine Bank jedoch kein Geld verdienen: Wenn eine Bank 6 % Zinsen p.a. bietet, so muss sie auf der anderen Seite eine höhere Rendite mit anderen Produkten (in der Regel Kredite) erwirtschaften. First-e hatte vor, nach und nach andere Produkte einzuführen. Doch dazu kam es nicht. First-e wurde im Jahre 2001 aufgrund mangelnden Erfolges geschlossen. Alle Kunden erhielten ihre Gelder zurück: Die Muttergesellschaft Banque D'Escompte Paris stand für die Einlagen gerade, die darüber hinaus von der französischen Einlagensicherung geschützt waren (70.000 EUR). Die Sicherheit von Tagesgeldkonten hatte damit ihren ersten großen Test bestanden. Unabhängig von dem Misserfolg von First-e gewann ein Bankprodukt an Popularität: Tagesgeldkonten sind seit dem Jahr 2000 das Zugpferd vieler Banken. Deutschlands größte Direktbank, die ING-DiBa, hat im Jahr 2005 nach eigenen Angaben pro Arbeitstag im Schnitt über 3000 Neukunden, hauptsächlich durch das beworbene Tagesgeldkonto, gewinnen können. Die Geschäftspolitik der Banken unterscheidet sich dabei von der Idee von first-e bis heute nicht: Beworben werden nicht mehr Fonds, sondern Tagesgeldkonten. Nach Eröffnung eines Tagesgeldkontos steht die Bank im direkten Kontakt zum Kunden. Diesem werden andere Bankprodukte, vor allem die nur noch schwer zu vermittelnden Fonds sowie Kredite, vorgestellt. Mittlerweile hat fast jede Bank in Deutschland Tagesgeldprodukte im Angebot. Viele Institute kombinieren den Sicherheitsaspekt eines Tagesgeldkontos mit den Vorzügen eines Fonds (Kombiprodukte): Der Anleger erhält einen außergewöhnlich hohen Zinssatz auf einem Tagesgeldkonto, wenn er auch eine gewisse Summe in einen Fonds investiert.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung

Tagesgeldkonten erfreuen sich großer Beliebtheit: Vor allem die Flexibilität und Ungebundenheit sind Eigenschaften, die gerade jüngere Anleger schätzen. Bei älteren Menschen gilt das Sparbuch nach wie vor als unantastbar. Objektive Argumente für das Beibehalten eines Sparbuches hinsichtlich Sicherheit und Rendite gibt es nicht. Oftmals sind es psychologische Faktoren, die eine Rolle bei der Entscheidung spielen, am Sparbuch fest zu halten. Die Tatsache, dass man mit dem Sparbuch über eine Urkunde verfügt, die man anfassen kann, ist dabei sicherlich ein ganz wichtiger Aspekt. So gibt es Institute, die ihre Sparbücher optisch ansprechend gestalten („Goldenes Sparbuch“) und somit eben jene Kunden ansprechen, die gerne ein solches Dokument in den Händen halten. Andere Menschen verfügen nicht über die notwendige Flexibilität oder Notwendigkeit, sich mit dem neuen Produkt Tagesgeldkonto auseinanderzusetzen: Wer hohe Zinsen haben möchte, sollte ein Tagesgeldkonto als Onlinekonto eröffnen. Gerade ältere Menschen sind dieser Form des Bankings nicht aufgeschlossen und bleiben lieber bei ihrer langjährigen Filialbank. Ein Tagesgeldkonto ist somit auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Das Onlinebanking wird in den nächsten Jahren weiter an Wachstum gewinnen, der Computer und das Internet nehmen immer mehr Einfluss in unserem Leben.

Diese Entwicklung hat auch eine gewaltige Umstellung der Banken zur Folge: Kunden kann nur jene Bank gewinnen, die hohe Zinsen bietet. Hohe Zinsen kann nur eine Bank bieten, die kostengünstig arbeitet. Teure Filialnetze oder ein großer Mitarbeiterstab gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Nicht jede Bank wird diesen Umstellungsprozess meistern können: Übernahmen oder gar Schließungen sind schon jetzt sichtbar und werden den Bankensektor auch zukünftig begleiten.

Auswirkungen auf die Geldmenge

Unter Geldmenge versteht man den Bestand an Geld, der einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Man unterscheidet zwischen der Geldmenge M1, M2 und M3. Die Geldmenge M1 umfasst Sichteinlagen und Bargeldumlauf: Also jene Einlagen, die keiner Kündigungsfrist unterliegen. Hierzu zählen auch Einlagen auf Tagesgeldkonten. Die Geldmenge M2 umfasst dagegen M1 + Termineinlagen bis zu 4 Jahren Fälligkeit, die Geldmenge M3 umfasst M2 plus Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist. Diese bestehende Definition der Geldmenge und deren Interpretation ist vor dem Hintergrund der steigenden Einlagen auf Tagesgeldkonten nicht mehr zeitgemäß.

Hierzu ein Beispiel:

Gelder, die bislang Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist darstellten, zählen zur Geldmenge M3. Durch Kündigung dieser Gelder und Anlegen selbiger auf ein Tagesgeldkonto werden diese nunmehr M1 zugerechnet. An der eigentlichen Sparfunktion hat sich jedoch nichts geändert: Der betroffene Anleger hat sein Geld auf ein Tagesgeldkonto transferiert, um von höheren Zinsen zu profitieren. Er gibt sein Geld weder aus, noch wird er sein Sparverhalten ändern.

Die in diesem Beispiel erfolgte Zuordnung zur Geldmenge M1 könnte zu einer Fehlinterpretation führen: Steigt diese, spricht man von einem Rückgang der Sparquote und einem Anstieg des Konsums. In Wirklichkeit ist jedoch das Gegenteil der Fall: Der massive Anstieg der Geldmenge M1 könnte genauso gut darin begründet sein, dass die Einlagen auf Tagesgeldkonten zwecks Sparens steigen. Als Folge dieser Fehl-Interpretation werden wichtige Entscheidungen wie zum Beispiel Leitzinsentscheidungen getroffen. Wird infolge einer solchen Leitzinsentscheidung selbige erhöht, steigen die Zinsen im allgemeinen an. Tagesgeldkonten werden dann höher verzinst mit der Folge, dass sich die in diesem Beispiel hohe Sparquote weiter erhöht.

Zusammenhänge zwischen dem EZB-Leitzins und den Konditionen für Tagesgeld

Banken refinanzieren sich über die Europäische Zentralbank (EZB). Der Zinssatz, über den Banken sich bei der EZB refinanzieren, nennt man Leitzins. Zinsen für Tagesgeldkonten liegen in der Regel unter diesem Leitzinssatz. Für die Banken gibt es in der Regel keinen Grund, sich über Kundengelder teurer zu finanzieren anstatt über die EZB. Wenn eine Bank in der Praxis dennoch einen Zinssatz auf ein Tagesgeldkonto gewährt, der über dem EZB-Leitzinssatz liegt, arbeitet diese Bank nicht rentabel. Mögliche Gründe für ein solches Verhalten liegen meist in dem Interesse der Bank, neue Kunden zu gewinnen. Der Preis der Neukundengewinnung ist für eine Bank vereinfacht ausgedrückt die Differenz zwischen Leitzins und gewährtem Tagesgeldzins.