Ratgeber „Sparbuch für Patenkind“

Wird die Patenschaft für ein neugeborenes Kind übernommen, überlegen sich Patenonkel oder -tante genau, wie sich dem neuen Erdenbürger eine Freude bereiten lässt. Um ihm den Lebensweg etwas zu erleichtern, wird schnell als klassisches Sparbuch für die Geldanlage gedacht. Gerne wird dieses zum 18. Geburtstag hin übergeben, um die Finanzierung des Führerscheins oder einer ersten eigenen Wohnung zu erleichtern. Mit unserem Ratgeber „Sparbuch für Patenkind“ finden Sie im Folgenden heraus, was Sie beim Anlegen ein oder mehrerer Sparbücher beachten sollten und welche Alternativen es aktuell auf dem Finanzmarkt gibt, um Ihr Geld besonders sinnvoll für Ihr Patenkind anzulegen.

Grundlegende Informationen zum Sparbuch für Patenkinder

Noch vor einigen Jahrzehnten war das Sparbuch fast alternativlos, wenn es um die Geldanlage für Minderjährige ging. Das Konto wurde von Eltern oder Paten auf den eigenen Namen abgeschlossen, das Kind wurde jedoch als Drittbegünstigter eingetragen. Das Vorgehen ist alternativlos, da Minderjährige nur eingeschränkt geschäftsfähig sind und das Sparbuch meist als Überraschung überreicht werden sollte. Die Vorgehensweise ist auch heute noch etabliert und zu befolgen, wenn dem Kind eine finanzielle Freude bereitet werden soll.

Über das letzte Jahrzehnt hat das Sparbuch etwas an Reiz für Paten und andere Anleger eingebüßt. Der Grund hierfür ist die vergleichsweise geringe Verzinsung, wie sie auch für andere Produkte auf dem aktuellen Finanzmarkt zu finden ist. Da es sich um eine feste und sichere Geldanlage handelt, bieten Banken ausschließlich einen Garantiezins für das Sparbuch an, der im Laufe der Jahre außerdem variiert. Wer nach einem sehr einfachen Sparprodukt sucht und mit einer geringen Guthabenverzinsung leben kann, kann sich weiterhin getrost für das Sparbuch entscheiden.

Was bei der Kontoeröffnung und Geldanlage zu beachten ist

In den meisten Fällen ermöglichen Banken, das Sparbuch an ein Referenzkonto zu koppeln, beispielsweise das klassische Girokonto von Patenonkel oder -tante. Über dieses Konto lassen sich bequem Einzahlungen auf das Sparbuch vornehmen, auch Abbuchungen sind je nach Bank oder Finanzinstitut ohne Einschränkungen möglich. Unser Ratgeber „Sparbuch für Patenkind“ empfiehlt, vor einem überhasteten Abschluss die genauen Konditionen zu überprüfen, mit denen Geldtransfers in beide Richtungen möglich werden.

Wichtig ist, das Patenkind auf jeden Fall als Drittbegünstigten einzutragen. Geschieht dies nicht und der Kontoinhaber verstirbt vor dem angedachten Ablaufdatum, steht dem Minderjährigen das Geld nicht zu. Beim Gespräch mit dem Bankberater vor der Eröffnung des Sparbuchs sollte deshalb klar gemacht haben, dass es sich um ein zukünftiges Geschenk für ein Patenkind handelt. Hierdurch wird der Vertrag zum Sparbuch so gestaltet, dass dem Kind unter allen Umständen das für ihn angesparte Geld zusteht.

Mindesteinlage, Gebühren und weitere Konditionen

Da Sparbücher vergleichsweise niedrige Zinsen bieten, haben Banken über die Jahre weitere Hindernisse zur Eröffnung eines Sparbuchs abgeschafft. So muss bei keinem Anbieter mehr mit Gebühren für die Einrichtung des Sparbuchs oder die dauerhafte Kontoführung gerechnet werden. Auch die Mindesteinlagesumme, mit der das Sparbuch eröffnet wird, ist bei vielen Banken herabgesetzt worden und beträgt vielfach nur noch wenige Hundert Euro. Falls zunächst nur ein kleiner Betrag auf dem Sparbuch fürs Patenkind angelegt werden soll, ist der Bankvergleich ratsam, damit diese geringe Mindesteinlagesumme akzeptiert wird.

Durch den mäßigen Zinssatz lohnt sich das klassische Sparbuch vorrangig für die langfristige Geldanlage. Genau diese ist bei einem Patenkind vorgesehen, häufig vergehen knapp zwei Jahrzehnte zwischen der Einrichtung des Sparbuches und der Auszahlung des Guthabens. Manche Banken machen die Anlage umso reizvoller, indem sie höhere Zinssätze im Laufe der Jahre zusichern. Mit einer ausgedehnten Anlagedauer steigt der Zinnsatz in einem gestaffelten Modell und macht es lohnenswerter, dem Patenkind etwas Gutes tun.

Alternativen zum klassischen Sparbuch im Profil

Beim Blick auf die Zinsen für klassische Sparbücher fragen sich viele Paten, ob es keine besseren Sparprodukte für den Start ins Leben gibt. Der Markt hat sich in dieser Hinsicht stark gewandelt und bietet reizvolle Alternative, die allesamt ihre Vor- und Nachteile besitzen. Beispielsweise sind Tagesgeld und Festgeld auch für Kinder alternativ, da sie eine sichere Sparform ohne Risiko von Kursschwankungen darstellen. Beim Festgeld ist eine langjährige Bindung des Geldes akzeptabel, da das Guthaben erst zur Volljährigkeit ausgezahlt werden soll. Der größte Nachteil beim Festgeld ist, dass der Anlagebetrag direkt vom ersten Tag an auf dem Festgeldkonto zu finden sein muss. Tagesgeld ist in dieser Hinsicht etwas flexibel, unterliegt wie ein Sparbuch jedoch der Anpassung der Zinssätze durch die Bank.

Wer sämtliche Zinssätze dieser Finanzprodukte als zu niedrig ansieht, wird um eine fondsgebundene Anlage nicht herumkommen. Bei diesen lassen sich bei positiver Kursentwicklung deutlich attraktivere Verzinsungen erzielen, im Gegenzug ist der Verlust von Guthaben bei negativer Zinsentwicklung möglich. Ähnlich wie bei der Geldanlage für die eigene Person lohnt es als Kompromiss, mehrere Finanzprodukte abzuschließen und ein variantenreiches Zinsspektrum auszunutzen. Durch das klassische Sparbuch wird ein niedriger Garantiezins gewährt, während fondsgebundene Produkte diesen in attraktiver Höhe ergänzen können. Bei mehreren Konten und Sparprodukten sollte nicht vergessen werden, den Freistellungsauftrag einzureichen und diesen für die unterschiedlichen Konten sinnvoll zu splitten.

Fazit zum Abschluss eines Sparbuchs für das Patenkind

Unser Ratgeber „Sparbuch für Patenkind“ sieht diese Sparform weiterhin als echten Klassiker und schöne Geschenkidee für einen jungen Menschen. Vor den Entwicklungen neuer Bankprodukte in den letzten Jahrzehnten sollte jedoch kein Pate die Augen verschließen – Banksparpläne, Tagesgeldkonten oder eine fondsgebundene Anlage sind eine ernstzunehmende Alternative. Empfehlenswert ist es, die gebotenen Zinsen und Vertragskonditionen verschiedener dieser Sparformen miteinander zu vergleichen und ein oder mehrere Produkte nach eigenen Vorstellungen auszuwählen. Dieser Vergleich sollte nicht nur innerhalb eines Finanzinstituts durchgeführt werden, vielmehr sind Sparangebote für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Banken zu analysieren, um den besten Mix zu finden.