Ratgeber „Online-Paymentdienste“

Bargeldlos im Internet einkaufen: Als Kunde können Sie sich frei für ein Online-Bezahlverfahren entscheiden – je nachdem, welche Optionen der Händler anbietet. Ob Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal bleibt Ihnen überlassen. Welche Vorteile haben die einzelnen Verfahren?

Online-Shopping boomt in Deutschland. Die Umsätze sind auf über 40 Milliarden Euro gestiegen und es ist kein Ende in Sicht. Da die Preise oftmals günstiger als im Einzelhandel sind, wird der Einkauf im Internet immer beliebter. Beim Online-Payment sind die Kunden häufig überfragt: Was ist ClickandBuy? Wieso nicht gleich zur Kreditkarte greifen? Wie unterscheidet sich Klarna von anderen Anbietern? Wir stellen Ihnen die besten Online-Bezahlsysteme vor.

Online-Bezahlung mit Kreditkarte

Die Kreditkarte ist ein Klassiker, obwohl es reichlich Alternativen gibt. Neben der Bezahlung per Vorauskasse wird sie gerne eingesetzt – obwohl beide Methoden erhebliche Sicherheitsrisiken beinhalten. So gelangt der Händler an Ihr Geld, ohne dass er die Ware verschickt hat. Im schlimmsten Fall bleiben Sie auf Ihren Kosten sitzen oder müssen mehrere Wochen auf Ihren Artikel warten. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Betrüger handeln. Es kann auch ein Online-Händler sein, der zwischenzeitlich zahlungsunfähig geworden ist.

Wichtig ist, dass der Händler auf eine hohe Datensicherheit achtet. Ansonsten können die Daten von einem Hacker gestohlen werden. Ein weiteres Problem kann sich mit Fehlbuchungen ergeben. Es benötigt einen langwierigen Prüfungsprozess, bis sich entscheidet, ob Sie Ihr Geld zurückbekommen oder nicht. Zahlen Sie daher nur bei namhaften Online-Shops per Kreditkarte, Lastschrift oder Vorauskasse.

Besser ist da die Zahlung per Nachnahme, da Sie die Summe erst an der Haustür oder der Poststelle begleichen. Doch diese Methode ist mit höheren Kosten verbunden, wofür es günstige Alternativen gibt.

Einkaufen mit PayPal

Mit PayPal können Sie quasi in jedem Online-Shop der Welt zahlen. Ob Deutschland oder USA spielt hierbei keine Rolle, da Währungen entsprechend umgerechnet werden. Als Interneteinkäufer benötigen Sie ein kostenloses Käuferkonto, in dem Sie Ihre Bank- oder Kreditkartendaten hinterlegen. Diese müssen Sie vorher bestätigen, bevor Sie einkaufen können. Dafür überweist PayPal einen Centbetrag auf das zu verifizierende Konto.

Bei einer Zahlung müssen Sie auf den PayPal-Link klicken und gelangen direkt zu Ihrem PayPal-Konto. Dort melden Sie sich mit E-Mail-Adresse und Passwort an und bestätigen die Zahlung. Für Käufer ist dieser Service gebührenfrei, sofern der Händler keinen Aufschlag erhebt. Sie können sogar kostenlos Geld an andere PayPal-Konten schicken. Nur beim Bezahlen von Fremdwährungen wird eine Gebühr erhoben.

Kunden profitieren vom Käuferschutz: Sollte der Online-Händler einen Artikel mit erheblichen Mängeln liefern, können Sie den Vorfall einer Treuhand-Bank melden. Sie hilft Ihnen auch dann, wenn die Lieferung gar nicht erfolgt. Dafür stehen Ihnen 45 Tage zur Verfügung, beginnend mit dem Bestelldatum. Von Vorteil ist das neue PayPal QRShopping Verfahren. So können Sie per QR-Code mobil einkaufen.

Wenn Ihnen eine Website verdächtig erscheint, sollten Sie Ihre Daten niemals preisgeben. Betrüger versuchen mit gefälschten Onlineshops an Ihre PayPal-Daten zu gelangen. Verzichten Sie im Zweifel auf den Einkauf.

Online-Payment per ClickandBuy

Dieser Anbieter ist mit PayPal vergleichbar, denn die Bezahlung läuft ähnlich ab. Nach der Registrierung können Sie kostenlos bei Onlineshops einkaufen. Der Betrag wird durch die von Ihnen festgelegte Methode beglichen, wie etwa Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung oder Vorauskasse. Das läuft jedoch im Hintergrund ab, da der eigentliche Kauf per Klick auf das ClickandBuy-Logo erfolgt. Auch ClickandBuy bietet einen Käuferschutz an, der den direkten Kontakt über ein Kontaktformular ermöglicht.

Wie bei PayPal herrscht hier Phishing-Gefahr, das heißt Betrüger versuchen an Ihre Login-Daten zu kommen. Achten Sie darauf, dass Sie sich auf einer echten Website befinden. Im Vergleich zur Konkurrenz bietet ClickandBuy keinen „Sicherheitsschlüssel“ an, weshalb Sie umso mehr aufpassen müssen.

Online Banking für Internet-Einkäufe nutzen

Einige Banken bieten Ihnen die Möglichkeit, per Giropay oder Sofortüberweisung zu zahlen. Je nach Kreditinstitut steht Ihnen mindestens einer der beiden Payment-Dienste zur Verfügung.

Wenn Sie Ihren Einkauf bezahlen möchten, wählen Sie den entsprechenden Anbieter aus. Anschließend werden Sie zu Ihrer Bank weitergeleitet, wo Sie die Bezahlung mit Eingabe der Zugangsdaten und der von Ihnen gewählten Zahlmethode abschließen. Die meisten Kunden nutzen das PIN-Verfahren.

Obwohl beide Verfahren als sehr sicher eingestuft werden, können Betrüger an Ihre Daten gelangen: Wenn Sie zu Ihrer Bank weitergeleitet werden, sollten Sie darauf achten, dass es auch wirklich Ihre Bank ist. Kriminelle fälschen Onlineshops und lassen die Weiterleitung täuschend echt aussehen.

Paysafecard: Bezahlen mit Prepaid-Guthaben

Stellen Sie sich ein Smartphone ohne Vertrag vor. Sie müssen das Guthaben immer wieder neu aufladen, sonst haben Sie kein Geld auf Ihrem Handy. So funktioniert auch die Paysafecard, die Sie an Handykarten-Automaten, Tankstellen oder im Internet kaufen können. Je nach Bedarf können Sie sich für einen Betrag von 5 bis 100 Euro entscheiden. Bei größeren Einkäufen lösen Sie einfach mehrere Karten ein, was bis zu einem Warenwert von 1.000 Euro möglich ist.

Die Bezahlung erfolgt durch die Eingabe eines Codes, den Sie auf der Karte freirubbeln müssen. Das Guthaben verfällt nicht und Sie können die Paysafecards quasi auf Vorrat sammeln. Sollte ein Betrüger an die Daten der Karte gelangen, verlieren Sie höchstens so viel, wie viel eine Karte wert ist. Kommt er an Ihre Kreditkarten-Daten, ist der Schaden wesentlich höher. Zudem sind Sie anonym im Internet unterwegs und müssen keine Kontodaten angeben.

Kauf auf Rechnung bei Klarna

Bei Klarna bezahlen Sie die Waren erst nach Erhalt – was das System von anderen Onlineshops unterscheidet. Als Kunde müssen Sie nur wenige persönliche Daten hinterlegen und erhalten die Rechnung per Post zugeschickt. Für die Begleichung haben Sie 14 Tage Zeit. Diese Frist hat einen guten Grund: So lange beträgt auch das gesetzliche Rückgaberecht bei Internet-Einkäufen.

Alternativ können Sie die Rechnung per Ratenzahlung begleichen. Dafür fallen Zinsen an, die anhand der Laufzeit und der Summe festgelegt werden.

Fazit: Auf den ersten Blick scheint Online-Payment eine simple Sache zu sein. Geld überweisen und der Betrag ist beglichen! Ganz so einfach geht es dann doch nicht, da jeder Anbieter seine eigenen Vorteile hat. Generell lässt sich sagen, dass Sie mit Vorkasse das höchste Risiko eingehen. Hier haben Sie keine Garantien, ob die Ware überhaupt ankommt – denn der Händler erhält das Geld zuerst. Da ist ein Dienstleister mit Käuferschutz deutlich sicherer. Unabhängig vom Anbieter sollten Sie den Onlineshop immer genau überprüfen. So vermeiden Sie unnötige Risiken!