Ratgeber "Prepaid Kreditkarte"


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Erst aufladen, dann zahlen - mit nur vier Wörtern ist die Funktionsweise einer Prepaid Kreditkarte erklärt. Im Gegensatz zur klassischen Kreditkarte funktioniert die Prepaid Kreditkarte auf Guthabenbasis. Insoweit ist der Name irreführend, denn der Karteninhaber erhält keinen Kredit, da die Karte erst aufgeladen werden muss, bevor sie genutzt werden kann. Der Beliebtheitsgrad der Prepaid Kreditkarte, die unter anderem zum Online-Shopping und als Bezahlmittel in einem Ladengeschäft verwendet werden kann, wächst. Für wen sie geeignet ist und warum das so ist, dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen.

Die Vorteile einer Prepaid Kreditkarte

Die Prepaid Kreditkarte ist mit denselben Zahlungsfunktionen ausgestattet wie eine klassische Kreditkarte, sodass sie überall dort eingesetzt werden kann, wo auch die klassische Kreditkarte als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Kreditkarte besteht in der Bezahlfunktion. Die Bank gewährt dem Karteninhaber nämlich keinen Kredit in einem bestimmten Rahmen, sondern wickelt die Zahlungen ausschließlich über das zuvor eingezahlte Guthaben ab. Was die Prepaid Kreditkarte sonst noch zu bieten hat, hier ein Überblick:

  1. Eine Prepaid Kreditkarte beantragen können Erwachsene, wobei die Karte an keine besondere Liquidität geknüpft ist. Auch Personengruppen, die aufgrund einer Ausbildung, eines Studiums oder infolge von Arbeitslosigkeit weniger Geld zur Verfügung haben, erhalten eine Prepaid-Kreditkarte und profitieren vom bargeldlosen Zahlungsverkehr. Das bedeutet, dass eine Prepaid Kreditkarte auch dann beantragt werden kann, wenn die Bonität für eine klassische Kreditkarte nicht ausreicht. Insoweit muss auch keine Bonität in Form eines regelmäßigen Einkommens nachgewiesen werden.
  2. Die Karte ist auch für Kinder und Jugendliche erhältlich, da die Prepaid Kreditkarte bereits ab einem Alter von 6 Jahren mit Zustimmung der Eltern ausgegeben wird. Das ist insoweit gut, wenn Kinder und Jugendlich ohne Begleitung der Eltern, beispielsweise mit einer Jugendgruppe auf Reisen sind. Dann können sie darauf verzichten, größere Bargeldmengen mit sich zu tragen. Und auch im Notfall sind sie mit einem finanziellen Polster ausgestattet.
  3. Eine Prepaid Kreditkarte ist weltweit gültig, wobei der Rahmen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr durch das aufgeladene Guthaben definiert wird.
  4. Die Prepaid Kreditkarte kann per Dauerauftrag vom Girokonto oder durch Überweisung aufgeladen werden. Der finanzielle Rahmen ist insoweit frei bestimmbar.
  5. Anders als bei der klassischen Kreditkarte wird eine Prepaid Kreditkarte mit einem Guthaben aufgeladen. Das Aufladen des Guthabens in der gewünschten Höhe ermöglicht eine vollständige Kontrolle der Kosten, da Verfügungen nur im Rahmen des Guthabens möglich sind. Übersteigt der Rechnungsbetrag das Guthaben oder ist kein Geld mehr auf der Prepaid Kreditkarte, ist keine Zahlung möglich.
  6. Die Höhe des Guthabens, Umsätze und Monatsabrechnungen können über eine Telefonhotline oder per Internet abgefragt werden, sodass zu jeder Zeit ein Überblick über die Finanzen besteht.
  7. Wer eine Prepaid Kreditkarte verwenden möchte, muss bei der Antragstellung die Abfrage bei der Schufa nicht fürchten. Auf die Schufa-Auskunft wird verzichtet, da es sich bei der Prepaid Kreditkarte um eine Guthabenkarte handelt, bei der eine Überziehung nicht möglich ist. Insoweit können auch Personen, die einen negativen Schufa-Eintrag haben, eine Prepaid Kreditkarte beantragen und auch erhalten.
  8. Geht eine Prepaid Kreditkarte verloren oder wird sie gestohlen, ist lediglich das aufgeladene Guthaben verloren.

 

Die Grenzen der Prepaid Kreditkarte

1. Versteckte Gebühren

Prepaid Kreditkarten werden mit oder ohne feste Jahresgebühr angeboten, bei der es sich um eine für den Verbraucher erkennbare Gebühr handelt. Doch es gibt eine Vielzahl weiterer, oft versteckter Kosten, die nicht ohne weiteres als solche zu erkennen sind. Tatsächlich sind Prepaid Karten im Vergleich zu herkömmlichen Karten teurer, da bei Transaktionen höhere Kosten entstehen. Dies gilt beispielsweise für die Bargeldgebühr. Sie wird erhoben, wenn im In- oder Ausland Bargeld an Schaltern oder an Geldautomaten abgehoben wird. In bestimmten Situationen kann auch eine Fremdwährungsgebühr anfallen nämlich dann, wenn bei Geldabhebungen oder bei Bezahlungen der Geldtransfer in einer anderen Währung als dem Euro anfallen. Meistens wird die Fremdwährungsgebühr in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des fälligen Betrages berechnet. Nicht immer ist bei Verlust einer Prepaid Kreditkarte der Ersatz kostenfrei. So gibt es manche Banken, die für die Ausstellung einer Ersatzkarte eine Gebühr erheben.

2. Electronic use only - das Problem mit den Imprintern

Verwendet wird die Prepaid Kreditkarte "electronic use only", was übersetzt nichts anderes bedeutet, dass sie nur für den elektronischen Gebrauch bestimmt ist. Mit dieser Karte kann nur dann bezahlt werden, wenn eine elektronische Verbindung des Terminals zur Bank besteht. "Electronic use only" ist insoweit eine Einschränkung, weil die Prepaid Kreditkarte nicht für sogenannte Imprinter geeignet sind. Das sind sogenannte "Ritsch-Ratsch-Geräte", an denen Zahlungen mit der Prepaid Kreditkarte nicht möglich sind. Grund ist, dass die Imprinter die Kreditkartendaten ohne eine elektronische Verbindung mechanisch auf einen Verkaufsbeleg oder auf ein dafür vorgesehenes Formular übertragen. Diese Übertragung funktioniert allerdings nur mithilfe der Hochprägung, die bei der Prepaid Kreditkarte fehlt. Die fehlende Anbindung an das Datennetz bedeutet vor allem, dass nicht unmittelbar kontrolliert werden kann, ob die Karte eine ausreichende Deckung aufweist. Teilweise werden Imprinter noch in Hotels und Restaurants verwendet. Dies gilt umso mehr, wenn die Reise ins Ausland geht und hier vor allem in die Vereinigten Staaten. Dann kann der Imprinter ein Problem werden, wobei seine Verwendung immer seltener verwendet.

3. Hotel- und Mietwagenbuchungen

Auch bei Hotel- und Mietwagenbuchungen kann es bezüglich der Verwendung der Prepaid Kreditkarte zu Problemen kommen. Einige Autovermietungen lehnen die Prepaid Kreditkarte unabhängig von der Höhe des aufgeladenen Guthabens ab. Das gilt selbst dann, wenn die Karte ein Guthaben aufweist, das die Kaution decken könnte. Grund sind mögliche Zusatzkosten, die unerwartet durch Unfälle, Schäden am Fahrzeug oder durch eine fehlende Tankfüllung bei Abgabe des Fahrzeugs entstehen können, und die durch eine Prepaid Kreditkarte nicht abgesichert wären. Denn die Händler erhalten keine uneingeschränkte Deckungsgarantie von der Kartengesellschaft. Anders verhält es sich bei der klassischen Kreditkarte, die in diesem Fall als Sicherheit dient.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich Prepaid-Kreditkarten vor allem für die Personengruppen eignen, die aus unterschiedlichen Gründen keine normale Kreditkarte bekommen. Allerdings muss bei einer Prepaid Kreditkarte mit höheren Gebühren gerechnet werden und damit, dass ihre Verwendung in bestimmten Bereichen zu Problemen führen kann, insbesondere bei der Buchung von Mietwagen und Hotels.