Ratgeber "Sicherheit beim Bezahlen mit Kreditkarte Offline"


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Die Kreditkarte ist weltweit eines der etabliertesten Zahlungsmittel überhaupt, namhafte Anbieter wie VISA, MasterCard oder American Express verfügen über Millionen von Akzeptanzstellen rund um den Globus. Kommt die Karte regelmäßig zum Einsatz und werden hierbei höhere Beträge umgesetzt, spielen gehobene Sicherheitsstandards für jeden Kartenbesitzer eine entscheidende Rolle. Das Thema Sicherheit wird von allen Emittenten sensibel behandelt und führt zu einer stetigen Weiterentwicklung der eingesetzten Technologien, um das Risiko krimineller Machenschaften auf ein Minimum zu reduzieren. Der Mensch ist hierbei wie so häufig ein schwer einzuschätzender Risikofaktor, so dass jeder Kreditkartenbesitzer einen Beitrag zur sicheren Kartennutzung leisten muss.

Zahlreiche Sicherheitsmerkmale für einen sorglosen Einsatz

Auf Vorder- und Rückseite verfügen sämtliche Kreditkarten über verschiedene Merkmale, die zusammen für eine erstklassige Sicherheit sorgen. Wichtigstes Merkmal ist der EMV-Chip auf der Vorderseite, der seit 2011 in ganz Europa standardisiert ausgegeben wird und eine Duplikation der eingespeicherten Daten erheblich erschwert. Bei modernen Kreditkarten wird der EMV-Chip um einen RFID-Transponder ergänzt, der das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte ermöglicht. Weitere Sicherheitsmerkmale auf der Vorderseite sind ein Hologrammbild und die eindeutig zugeteilte Kreditkartennummer.

Mit dem Unterschriftsfeld auf der Rückseite einer Kreditkarte lässt sich diese dem Kartenbesitzer eindeutig zuordnen, außerdem sind die CVC-Prüfziffern der Karte rückseitig zu finden. Die drei Ziffern sind vorrangig für die Online-Bezahlung mit einer Kreditkarte entscheidend und werden im Hotel oder Restaurant offline nicht benötigt. Anders sieht dies für die PIN-Nummer auf, die nicht auf der Kreditkarte zu finden ist und bei ihrer Beantragung separat zugesandt wird. Hierbei handelt es sich um eine vierstellige Zahl, die als Sicherheitscode ähnlich wie bei einer EC-Karte und anderem Plastikgeld fungiert. Die Eingabe des PINs bei der Offline-Zahlung erfolgt alternativ oder ergänzend zur Unterschrift, wobei erwartet wird, dass ausschließlich der Karteninhaber diese Zahlenkombination kennt.

Der richtige Umgang mit der PIN einer Kreditkarte

Neben der persönlichen Unterschrift und den oben genannten Merkmalen, die auf jeder Kreditkarte zu finden sind, ist der PIN-Code der wichtigste Faktor für einen sicheren Karteneinsatz. In den meisten Fällen wird die PIN-Eingabe in ein Terminal von Geschäften, Hotels oder Restaurants verlangt, auch beim Abheben von Geld am Bankautomat wird die vierstellige Ziffernkombination abgefragt. Um größtmögliche Sicherheit beim Bezahlen mit einer Kreditkarte offline zu genießen, ist der sensible Umgang mit dem PIN entscheidend. Niemals sollte der PIN-Code auf der Kreditkarte notiert werden, auch ein Zettel in der Geldbörse geht bei einem Diebstahl zusammen mit der Kreditkarte verloren und ermöglicht den kriminellen Einsatz der Karte.

Banken und andere Emittenten tragen bereits bei der Aushändigung zur Sicherheit der Kreditkarte bei, indem sie den PIN-Code mit einem separaten Brief zustellen und nicht mit der Karte versenden. Der Kreditkartenbesitzer sollte niemandem die Ziffern mitteilen, vor allem der Versand via E-Mail oder die Übermittlung in einem Chat kann fatale Folgen haben. Selbst für Eheleute oder Geschäftspartner bietet es sich ein, pro Person eine Kreditkarte zu beantragen, die jeweils mit eigenständiger PIN-Nummer ausgehändigt wird. Wird der Code an einem Bankautomaten oder einem Geschäft bei der Bezahlung eingegeben, sollten höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, dass niemand die Ziffernfolge mitlesen kann.

Weitere Sicherheitstipps für das Bezahlen mit Kreditkarte offline

 

  • Karte und zugesandter PIN-Code sind getrennt voneinander aufzubewahren, was sonst zu einem Haftungsausschluss seitens der Bank oder des Kreditinstituts führen kann. Dieses kann dem Karteninhaber einen grob fahrlässigen Umgang mit seinen Kreditkartendaten unterstellen, so dass die Bank keine Haftung übernehmen muss und der Kunde auf seinem finanziellen Schaden sitzenbleibt.
  • Wem der Einsatz herkömmlicher Kreditkarten zu riskant ist oder über eine negative Bonität verfügt, sollte über eine Prepaid-Kreditkarte nachdenken. MasterCard und VISA halten gleichermaßen Karten auf Guthabenbasis bereit, die das gleiche Funktionsspektrum wie eine herkömmliche Kreditkarte besitzen. Der Verlust der Karte oder ihr missbräuchlicher Einsatz begrenzt den Schaden auf das aufgeladene Guthaben und erleichtert unsicheren Bankkunden die Entscheidung für eine Kreditkarte.
  • Wurde der Verlust einer Kreditkarte festgestellt, ist diese unverzüglich zu sperren. Wird dieser Schritt über Tage und Wochen herausgezögert, trifft den Karteninhaber eventuell eine Mitschuld an den entstandenen Schäden, so dass die Bank nicht in vollem Umfang haften muss. Die bundesweit etablierte Sperrnummer für Bankkarten ist die 116 116.
  • Geben Sie Ihre PIN niemals preis, selbst wenn Sie Ihr vermeintliches Finanzinstitut per Post oder E-Mail anschreibt. In allen Fällen handelt es sich um Betrüger, die das Design von Bank oder Kreditinstitut in illegaler Weise nutzen und hierdurch Ihre PIN-Nummer erschleichen möchten.

 

Kopplung von Kreditkarte und Girokonto und zugehörige Optionen

Dass ein sicherer Umgang mit der Kreditkarte so wichtig ist, liegt nicht zuletzt an der üblichen Kopplung an ein Referenzkonto. Dies ist im Regelfall das Girokonto einer Haus- oder Direktbank, die als Emittent der Kreditkarte auftritt. Die über einen Monat oder Quartal belasteten Beträge der Kreditkarte werden vom Girokonto abgezogen, ein Missbrauch der Karte kann sich so erheblich auf das Privatvermögen des Kontos auswirken. Umgekehrt bietet das Konto bei vielen Banken reizvolle Vorteile, z. B. durch die Verzinsung des Guthabens oder ein Prämienprogramm, das Nutzern eines Girokontos mit Kreditkarte angeboten wird.

Wer häufiger auf Reisen ist und eine möglichst große Anzahl an Akzeptanzstellen für das bargeldlose Bezahlen erwartet, kann mehrere Girokonten mit gekoppelten Kreditkarten unterschiedener Emittenten abschließen. Wird eine dieser Karten eher selten benötigt, sollte sie an einem sicheren Ort wie einem Tresor verwahrt werden, das stetige Mitführen in der Geldbörse erhöht schließlich das Risiko eines potenziellen Diebstahls. Zudem lohnt die Eröffnung mehrerer Konten durch gekoppelte Extras, was neben der Guthabenverzinsung ein kostenloses Tagesgeldkonto sein könnte. Wichtig ist, bei mehreren Konten den Freistellungsauftrag richtig zu gestalten und eventuell den gesetzlich zugesicherten Freibetrag zu splitten.

Fazit zum sicheren Bezahlen mit Kreditkarte offline

Die Sicherheitsstandard für den Einsatz von Kreditkarten wurden über die letzten Jahre europaweit standardisiert und liegen auf höchstem Niveau. Leider gibt es in keinem Bereich des Bankwesens eine 100-prozentige Sicherheit, wobei der Kreditkarteninhaber den größten Risikofaktor darstellt. Der gewissenhafte Umgang mit der Kreditkarte und der PIN-Ziffer sind entscheidend, um es Kriminellen nicht zu einfach zu machen und das Missbrauchsrisiko zu minimieren. Dank zahlreicher Sicherheitsmerkmale, die stetig weiterentwickelt werden, leisten Banken und Kreditinstitute einen wertvollen Beitrag für das bargeldlose Bezahlen. Die Aufgabe jedes Karteninhabers ist es, diese optimalen Voraussetzungen durch einen gewissenhaften Umgang mit Kreditkarten zu veredeln.