Ratgeber Dispokredit


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Kennen Sie das? Gegen Monatsende sind unvorhergesehene Ausgaben zu bewältigen, doch das Geld am Konto ist bereits knapp. Oder Sie machen ein Schnäppchen ausfindig, aber der Kontostand reicht für dessen Erwerb nicht aus und Ihre langfristigen Sparanlagen möchten Sie deswegen nicht antasten. In diesen Fällen kann ein Disporahmen am Konto die Lösung sein. Der nachstehende kleine Ratgeber zu Dispokredit-Themen informiert über Wissenswertes rund um diese finanzielle Überbrückungshilfe.

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Was versteht man unter einem Dispokredit?

Ein Dispositionskredit (auch Dispokredit oder kurz "Dispo") stellt bankfachlich eine Variante des Kontokorrentkredites und rechtlich ein Verbraucherdarlehen gemäß §§ 488 ff. BGB dar, welches dem Darlehensnehmer gestattet, sein Konto in begrenzter Höhe zu überziehen und somit Zahlungen in limitiertem Ausmaß auch ohne entsprechendes Kontoguthaben zu leisten. Das Kreditinstitut hat dabei den Kunden über die Höchstgrenze des Darlehens, den aktuellen Jahreszins, geltende Zinssatzänderungsbedingungen sowie die Modalitäten einer eventuellen Vertragsbeendigung schriftlich in Kenntnis zu setzen. Eine derartige Erweiterung des finanziellen Spielraums setzt neben der Volljährigkeit des Kontoinhabers dessen ausreichende Bonität (Schufa-Auskunft) sowie einen regelmäßigen Zahlungseingang ( z.B. Gehalts- bzw. Lohnbezug, BAföG, Renten- oder Alimentationszahlungen) voraus und wird für einen bestimmten Zeitraum - meist drei Monate - gewährt, wobei die Höhe der eingehenden Geldbeträge das Ausmaß des Überziehungsrahmens bestimmt.

Dispokredit - wann ist diese Finanzierungsform empfehlenswert und welche Vorteile bestehen?
Der Dispositionskredit punktet vor allem mit seiner unkomplizierten Verfügbarkeit, denn es ist weder das Ausfüllen eines Antragsformulars, noch der Abschluss eines Kreditvertrages erforderlich, auch werden meist keinerlei Sicherheiten verlangt. Disporahmen werden bei Kunden guter Bonität oft sogar automatisch gewährt, sobald zum einen ein regelmäßiger Zahlungseingang vorliegt und zum anderen die getätigten Geldbehebungen die finanzielle Deckung des Kontos übersteigen. Falls erforderlich, kann das Überziehungslimit durch das Kreditinstitut auch erhöht werden, günstige Anbieter sind erfahrungsgemäß DKB-Bank und DAB-Bank mit diesbezüglichen Konditionen jeweils um die 8%. Generell ist ein Dispositionskredit zur Überbrückung lediglich kurzfristiger Finanzengpässe - etwa aufgrund einer unvorhergesehenen Autoreparatur - empfehlenswert, eine längerfristige Kontoüberziehung erscheint angesichts von Kreditzinsen bis zu 13% nicht wirtschaftlich. Sind größere Anschaffungen zu finanzieren, lohnt sich ein Kleinkredit, da dessen Kosten meist deutlich unter jenen des Dispokredits liegen. Auch für den Fall, dass ein bereits in Anspruch genommener Überziehungskredit nicht wie vorgesehen zurückgezahlt werden kann, sollte aus Kostengründen eine zeitgerechte Umschuldung auf einen Ratenkredit angestrebt werden. Im Zweifelsfall kann man sich an Verbraucherschutz-Organisationen wenden, die als Ratgeber bei Dispokredit-Problemen jederzeit zur Verfügung stehen.

Mehr: Ratgeber Kreditumschuldung

Dispokredit - was ist zu beachten?
Für die Gewährung eines Dispositionskredits ist zwingend ein Girokonto erforderlich, da Kreditinstitute für ihr diesbezügliches Entgegenkommen Einblick in die Kontobewegungen verlangen, um das Ausfallsrisiko eines derartigen Überbrückungsdarlehens realistisch einschätzen zu können. Anfallende Zinsen werden nicht nach der Höhe des Disporahmens, sondern tageweise vom in Anspruch genommenen Betrag berechnet und quartalsweise dem Konto zugeschlagen, gehen Zahlungen ein, verringern diese den Sollsaldo automatisch. Gerät das Konto über den vereinbarten Rahmen hinaus ins Minus und akzeptiert das Kreditinstitut dies, spricht man von einer geduldeten Überziehung, die meist mit der Verrechnung erhöhter Überziehungszinsen einhergeht. Banken verlangen in diesem Fall mitunter die unverzügliche Glattstellung des Kontos, wobei das Kreditinstitut zur Durchsetzung seiner Ansprüche auch auf andere eventuell vorhandene Konten oder Wertpapierdepots des Kunden zugreifen kann. Grundsätzlich ist die Kündigung eines Dispokredits bankseitig bei einer wesentlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kontoinhabers (z.B. Arbeitslosigkeit) fristlos möglich, Bearbeitungs- oder Pauschalgebühren für die Kreditführung dürfen generell keine verrechnet werden.

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Fazit 
Der Dispokredit stellt eine durchaus willkommene Überbrückungshilfe bei kurzfristigen Finanzengpässen dar, Voraussetzungen für diese zwar unkomplizierte, angesichts hoher Sollzinsen jedoch nicht unbedingt kostengünstige Art der Finanzierung sind ein Girokonto, gute Bonität des Kunden (positive Schufa-Auskunft) sowie der regelmäßige Eingang von Zahlungen in angemessener Höhe. Dieser Ratgeber für Dispokredit-Fragen erläutert Vor- und Nachteile einer derartigen Finanzierungshilfe und gibt Tipps für deren Inanspruchnahme.

Unser Vorschlag zu Lösung des Dispokredites

  1. Zum Girokonto mit niedrigsten Überziehungszinsen wechseln
  2. Ratenkredit (mit niedrigeren Zinsen) aufnehmen und Dispokredit ausgleichen

 

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