ETFs Suchen & Finden Ratgeber


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ETFs sind einfach, transparent und günstig. Leider kann die Wahl aus inzwischen über 1.300 Produkten zur Qual werden. Wir helfen Ihnen das passende ETF oder eine kleine Auswahl (Um z.B. mehrere Indizien, Währungen und Länder abzudecken) schnelle und einfach zu finden.

Allein eine simple Anfrage "DAX ETF" kann zu mehr als 40 verschiedenen ETFs führen. Doch nach welchen Kriterien sollten Sie Ihr hart verdientes Geld anlegen? Nach kurzer Verunsicherung lassen leider viele privaten Anleger Finger weg von diesem kostengünstigen Produkt. 

"Obwohl ETFs einen tadellosen Ruf als einfach, transparent und günstig genießen, sind sie in Europa noch ein Nischenmarkt" (1)

Weniger als drei Prozent des Privatvermögens ist direkt in ETFs investiert. Doch erfreulicherweise erfreut sich das Segment eines rapiden Wachstums.

"ETF-Sparpläne: Volumen erstmals über 50 Millionen Euro" (2)

So lag zum Start 2017 das Sparvolumen mit 8,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Statistik zur Verbreitung von Exchange Traded Funds (ETFs) basiert auf Umsatz- und Bestandsmeldungen der sechs Direktbanken Comdirect, Consorsbank, Deutsche Kreditbank (DKB), Flatex, ING-Diba und der Onvista Bank. Auch die aktuell durchstartenden Roboadvisor arbeiten grundsätzlich mit ETFs als Grundlage für jede Anlagestrategie und schichten diese ggf. um. Dieser moderner Markt hat 2017 über 1 Mrd. Euro von Privatanlegern angezogen.

  • Das XTF-Segment und damit der ETF-Handel auf Xetra der Deutschen Börse ist bereits am 11. April 2000 gestartet.
  • Xetra war der erste Handelsplatz für ETFs in Europa und ist seitdem Marktführer nach Anzahl gelisteter ETFs (1.132) und nach Handelsumsatz (13,2 Mrd. Euro).
  • In Europa hat der Xetra-Handel in 2016 einen Marktanteil am börslich gehandelten ETF-Volumen von 30 Prozent und in Deutschland ganze 91 Prozent. (3)

Die Top-10 Liste nach verwaltetem Fondsvermögen dominieren folgende Emittenten (Anbieter):

  1. iShares
  2. db x-trackers
  3. Lyxor
  4. Amundi
  5. SPDR
  6. UBS
  7. Deka

Die gute Nachricht ist, dass der Spread (Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreisen) sinkt seit Jahren und lag 2016 bei durchschnittlich 37 Basispunkten.

Doch nicht nur die gegebene hohe Liquidität, niedrigste Verwaltungsgebühren und passive Anlagestrategie sind entscheidend für den Erfolg. Gutes Timing, langfristige Anlage und die Auwahl von einfachen ETFs sind viel wichtiger. Ausgerechnet der Erfolg dieses Produktes wird ihm auch zum Verhängnis. Alle Anbieter wollen daran mitverdienen und "erfinden" täglich neue ETFs mit Hebel, komplizierten Regeln und der Möglichkeit bei fallenden Kursen zu verdienen (Short).

Strategie und Vermögensverteilung

Alle Experten raten dazu einfache Produkte zu wählen, auf Kosten zu achten und langfristige Ziele (Jahre) zu verfolgen. Zuerst sollte natürlich geklärt werden, wie hoch der Anteil von Aktien, Anleihen, Immobilien und Cash im Depot sein soll. Erst danach ist es überhaupt möglich, die Frage zu beantworten, was davon zu welchem Anteil mit ETFs abgedeckt werden soll. 

Einmal-Anlage oder Sparplan?

Es gibt einen kleinen Glaubenskrieg zwischen den Vertretern des "Cost-Average-Effekt" und der Annahme, dass allein das richtige Timing und eine lange Haltedauer für eine überdurchnittliche Rendite sorgen kann. Im Fall "Cost-Average-Effekt" werden bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile erworben. So erhalten die Wertpapiere langfristig einen besseren, niedrigeren Kaufpreis. Das scheint die meisten Investoren zu überzeugen - alle Direktbanken in Deutschland verzeichnen rund 420.000 ETF-Sparpläne. Das Argument der Gegenseite lautet, dass die langfristige Performance kaum dadurch aufgebessert wird. Es scheint, dass ein Sparplan mit sehr langer Laufzeit das Beste von beiden Welten in sich birgt. Zusätzlich ermöglicht es mit einem geringen Betrag ein beträchtliches Vermögen aufzubauen. Insbesondere als Anlage für Kinder, Enkelkinder oder eigene Rente sind die ETF-Sparpläne sehr beliebt.

Physisch abgebildet oder nur ein künstliches Konstrukt

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten einen Index abzubilden. Manche ETFs kaufen tatsächlich anteilig alle Aktien, die sich in einem Index befinden. Das nennt man "physisch replizierend". Und andere (inzwischend eine Minderheit) bildet den Index mit Derivaten ab. Das heißt "synthetisch oder Swap-basiert". Zum Glück sind in diesem Fall alle Experten einig: finger weg von synthetischen! Echte Aktien beieinflussen nämlich auch die Indexentwicklung - werden sie gekauft, gehalten und nicht verkauft - ist das natürlich im vollsten Interesse der Anleger.

Suchen und Finden

Die Empfehlung kann nicht simper sein: Kaufen Sie einfache ETFs (physisch replizierend) von großten Anbietern auf bekannte Indizien (DAX, Dow Jones, S&P 500, etc.). Als Grundstock kann der "Index MSCI World" mit 1600 größten Aktien der Welt dienen.

Die Größe nach Volumen des Anbieters und des ETFs sollte bedacht werden, denn die kleinen, oft sehr speziellen ETFs können vom Anbieter aufgelöst werden.

Ist Cashflow wichtig oder langfristige Rendite?

Die Erträge wie Dividenden und Zinsen können regelmäßig an die Investoren ausgeschüttet (Ausschütter) oder wieder angelegt werden (Thesaurierer). Dank Zinseszinseffekts erzielt man auf lange Sicht mit der Wiederanlage eine höhere Rendite. Der sich stetig (dank Sparplanes) aufbauende Cashflow kann aber jeden Anleger auch in turbulenten Zeiten an der Börse erfreuen. Außerdem kann das ausgeschüttete Geld nicht nur als eine Quelle für private Ausgaben genutzt werden, sondern wiederum anderweitig investiert werden.

Kleiner Spartipp: kaufen Sie ETFs auf ausländische Indizien auch zu den Öffnungszeiten dieser Börsen. Da werden die Spreads deutlich günstiger, da die darin enthaltenen Wertpapiere auch tatsächlich gehandelt werden.

Gute ETF-Datenbanken:

und Datenbanken von Online Brokern und Banken

Und ein ganz wichtiger Hinweis: halten Sie einfach durch! Bei sinkenden Preisen nicht in Panik geraten und auf keinen Fall anfange traden zu wollen. Denken Sie in Jahren, am besten sogar in Jahrzehnten. Falls Sie mit fallenden Kursen nicht umgehen können, kaufen Sie ausschüttende ETFs. So werden Sie lernen, den daraus entstehenden und steigenden Cashflow zu schätzen.

Ein paar Vorschläge für ausschüttende ETFs

ETFISINGebührAnbieterRegionArt
Dax IncomeLU08387823150,09%db x-trackersDeutschlandAktien
SPDR S&P Euro Dividend AristocratsIE00BM1WJ870,30%SPDREuropaAktien
iShares Stoxx Global Select Divid. 100DE000A0F5UH10,46%BlackrockWeltAktien
MSCI Emerging MarketsLU04801328760,45%UBSSchwellenländerAktien
iShares Global Government BondIE00B3F81K650,20%BlackrockWeltAnleihen

 

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Quellenangaben

(1) Capital, Artikel "Capital Serie ETF-Revolution. Folge 3: Suchen & Finden", Print-Ausgabe 09/2017 Seite 121

(2) DAS INVESTMENT Online Magazin, Stand 19.09.2017 http://www.dasinvestment.com/privatanleger-in-deutschland-etf-sparplaene...

(3) XETRA, Deutsche Börse, PDF "Der ETF-Handel auf XETRA", Zahlen & Fakten zum Jahr 2016 http://www.deutsche-boerse-cash-market.com/blob/2437150/d25faf7976f08d42...